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Was ein gutes Heimatbuch ausmacht

Die Referentinnen und Referenten des Akademieabends (v.l. n.r.): PD Dr. Michael Hirschfeld, Dr. Natalie Geerlings, Dr. Jörgen Welp, Hans-Georg Knappik, Benno Dräger, Dr. Helmut Lensing, Foto: Bokop

"Man muss den Nerv der Leute treffen". Mit diesem Satz brachte Dr. Helmut Lensing jetzt die Frage nach einem erfolgreichen Heimatbuch auf den Punkt. Der Historiker und Lehrer aus Greven hat selbst das richtige Gespür gehabt: Sein Buch über die Heuerleute in Nordwestdeutschland hat sich zu einem regionalen Bestseller entwickelt. Inzwischen liegt die 5. Auflage vor. Nicht nur das Heuerlingswesen gehöre zu den breites Interesse beanspruchenden Geschichtsthemen der Gegenwart, ergänzte Benno Dräger. Nach der Erfahrung des Vorsitzenden des Lohner Heimatvereins und Leiters des dortigen Industriemuseums faszinieren auch die Nachkriegszeit und die Eisenbahn viele Menschen in der Region. Ausstellungen und Kataloge zu beiden Themen seien große Erfolge gewesen. Derzeit werde ein Ausstellungskatalog über Lohne und die Region im Ersten Weltkrieg vorbereitet. Die entscheidende Voraussetzung für erfolgreiche Heimatliteratur sei aber ein gutes Team, das Texte schreibe und die Bildgestaltung in die Hand nehme.


Zudem komme es, so betonten sowohl Dräger als auch Lensing, auf ein gutes Marketing an, ohne Mitarbeit der Presse und persönliches Engagement etwa bei der Einwerbung von Sponsoren laufe nicht viel.


Dass die Arbeit am Heimatbuch manchen Schweiß koste, wussten auch Dr. Jörgen Welp und Dr. Nathalie Geerlings zu berichten. Der stellvertretende Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft und die Kunsthistorikerin stellten das kürzlich abgeschlossene Projekt einer Dokumentation der wichtigsten Baudenkmäler des Oldenburger Landes vor. Eine besondere Schwierigkeit sei es gewesen, die fast 30 Mitarbeiter mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen zusammenzubringen.


Als Experiment bezeichnete Privatdozent Dr. Michael Hirschfeld in seiner Einführung das Thema der Veranstaltung, weil erstmals nicht Inhalte, sondern die Mittel zur Aufarbeitung von Geschichte im Zentrum des Akademieabends standen. Zwar seien Leuchtturmprojekte für die Vorstellung ausgewählt worden, aber auch hier käme der Erfolg eben nicht von allein. Vor allem sei der Spagat zwischen wissenschaftlichem Anspruch und guter Lesbarkeit eine Herausforderung.


Dass die gewählte Problematik für den gastgebenden Heimatbund für das Oldenburger Münsterland wichtig sei, hatte dessen Präsident Hans-Georg Knappik bereits in seiner Begrüßung deutlich gemacht, indem er auf die wachsenden Regalmeter mit regionalgeschichtlichen Neuerscheinungen in der Heimatbibliothek in Vechta verwies, die Ausdruck anhaltenden Interesses an der Region sei.