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Heribert Prantl begeistert bei Jubiläums-Auftakt

Prof. Dr. Heribert Prantl, Foto: G. Henneberg
Gebannt lauschten die Zuhörer der ersten Diskussionsrunde unter Leitung von Moderator Uwe Haring (links), Foto: G. Henneberg
Gemeinsam mit Heribert Prantl (links) tauschten sich in einer zweiten Diskussionsrunde (von rechts) Moderator Uwe Haring, Thomas Grimme, Dr. Julia Schulte to Bühne und Dr. Silke Eilers über das Thema "Heimat im 21. Jahrhundert" aus. Foto: G. Henneberg
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussionen: (vorne von links) Vechtas Bürgermeister Helmut Gels, Dr. Silke Eilers (Westfälischer Heimatbund), Prof. Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung), Dr. Julia Schulte to Bühne (Museumsdorf Cloppenburg), (dahinter von links) Thomas Grimme (Bleywaren Cloppenburg), Uwe Haring (Moderator), Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg, Heimatbund-Präsident Stefan Schute und Prof. Dr. Jochen A. Bär (Uni Vechta). Foto: G. Henneberg

Miteinander leben, nicht nebeneinander und kulturelle Vielfalt als Bereicherung begreifen – mit diesem Appell beschloss Prof. Dr. Heribert Prantl seinen leidenschaftlichen Impulsvortrag bei der Jubiläumsveranstaltung des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland in der Universität Vechta. Und erntete dafür langanhaltenden Applaus der gut 280 Besucher in der voll besetzten Interimsmensa. 


Der gefragte Journalist und Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung war Gast der Veranstaltung „Heimat im 21. Jahrhundert“, mit der der Heimatbund jetzt sein 100-jähriges Bestehen feierte. „Man darf die Heimat nicht denen überlassen, die damit Schindluder treiben“, war eine der Forderungen Prantls. Der Begriff dürfe nicht zum Etikett der „alten“ Politik aller Parteien werden, sondern den Menschen Halt geben gegen Populismus und Extremismus. Denn bei Heimat-Politik gehe es vor allem um zukunftsgerichtete Themen, wie bezahlbare Mieten oder angemessene Renten, damit man sich im Alter das Leben noch leisten könne. Sonst drohe eine „Entheimatung“, betonte er.


Prantl brach auch eine Lanze für das vielfach geschmähte Europa, denn es sei das Beste, „was uns allen jemals passiert ist“. Schließlich sei mit der Gründung der Europäischen Union ein 1000 Jahre währender Kriegszustand beendet worden. „EU ist das Kürzel für das goldene Zeitalter europäischer Geschichte“, betonte der Münchner. Er mache sich große Sorgen, denn so unruhige Zeiten durch den überall aufkeimenden Nationalismus habe er in seinen 32 Jahren als Journalist nicht erlebt. Die EU müsse sich dringend erholen, denn das Wunder Europa, über das schon seine Großmutter gestaunt habe, gehöre auch zur Heimatpolitik.


Moderiert von Uwe Haring sprachen die Teilnehmer zweier Diskussionsrunden über „Heimat im 21.Jahrhundert“. Heimatbund-Präsident Stefan Schute, der Cloppenburger Landrat Johann Wimberg, Vechtas Bürgermeister Helmut Gels und Prof. Dr. Jochen A. Bär sprachen unter anderem über die Bedeutung von Heimat bei der Integration Hinzugezogener und die Impulse, die der Heimatbund und die Heimatvereine geben können. Prantl tauschte sich mit Dr. Silke Eilers (Westfälischer Heimatbund), Dr. Julia Schulte to Bühne (Museumsdorf Cloppenburg) und Thomas Grimme (Bleywaren Cloppenburg) darüber aus, was mit Heimat beschäftige Institutionen für Menschen leisten und wie auch junge Menschen begeistert werden können.


Begrüßt haben seitens der gastgebenden Universität Vechta gleich zwei Repräsentanten: Prof. Dr. Michael Ewig zu Beginn und der Uni-Präsident Prof. Dr. Burghardt Schmidt per Videobotschaft. Denn Schmidt ist aktuell auf einer Tagung in Indien und empfindet das Thema „Heimat“ darum auf ganz besondere Art. 


Die nächste Veranstaltung im Rahmen des Heimatbund-Jubiläums ist die „Heimatpartie“ am 22. Juni im Museumsdorf Cloppenburg.